Rundholzplatztechnik: Rundholz effizient bewegen und präzise verarbeiten
Der effiziente Holzumschlag und die präzise Rundholzverarbeitung sind Kernelemente einer modernen, wirtschaftlichen Forst- und Holzwirtschaft. Leistungsstarke Bagger- und Kransysteme, innovative Entrindungstechnik sowie intelligente Mess- und Steuerungssysteme greifen heute nahtlos ineinander, um den Materialfluss an logistischen Umschlagpunkten und in Sägewerken zu optimieren. Erleben Sie diese Technologien live auf der INTERFORST 2026 und lernen Sie Maschinen im Praxiseinsatz kennen. Tauschen Sie sich direkt vor Ort mit Herstellern und Fachleuten über moderne Rundholzplatztechnik aus.
Holzumschlag: Maschinen, Technik und moderne Entwicklungen
Der Holzumschlag umfasst das Be- und Entladen sowie Sortieren von Baumstämmen oder Schnittholz an logistischen Umschlagpunkten und in Sägewerken. Für den Transport wird Holz auf Lastwagen, Eisenbahnwaggons oder Schiffe gehoben und an seinem Bestimmungsort wieder entladen. Hochspezialisierte Fahrzeuge und Geräte ermöglichen dies und erhalten die Qualität der schweren Last. Zu den wichtigsten zählen Umschlagbagger, Radlader und Holzgreifer. Der Umschlagbagger ermöglicht das Greifen und den gleichzeitigen Transport von Baumstämmen. Robuste Radlader können große Holzmengen in kurzer Zeit auf Lastwagen oder Waggons verladen. Wenn es um das präzise Stapeln und Verladen von Holz geht, kommen wendige Teleskoplader mit ausziehbarem Arm zum Einsatz. Holzfahrmaschinen sind speziell für den Umschlag von Rundholz auf großen Holzhöfen ausgelegt. Für diese Maschinen stehen spezielle Anbaugeräte und Werkzeuge zur Verfügung. Damit alle Arbeitsschritte – wie Greifen und Bewegen – von Holz sicher gelingen, werden Bagger und Lader mit speziellen Zangen, den sogenannten Holzgreifern, ausgestattet. Rotatoren ermöglichen freie Drehbewegungen und sicheres Greifen und erleichtern dadurch das präzise Ausrichten und Ablegen des Holzes. Der Holzumschlag wird zunehmend durch die Elektrifizierung von Maschinen, automatisierte Prozesse und digitale Systeme zur Bestandsverfolgung geprägt. Die INTERFORST zeigt die neusten Entwicklungen und Branchentrends.
Verfahren und Maschinen der Holzentrindung
Je nach Einsatzbereich und Leistung gibt es verschiedene Maschinentypen zum Entrinden der Stämme. Im Sägewerk werden in der Regel Ringentrinder und Rotorenentrinder eingesetzt. Bei der Ringentrindungsmaschine wird der Stamm durch einen Ring mit rotierenden Messern geführt. Dies ermöglicht insbesondere bei geraden Rundholzstämmen eine hohe Durchsatzleistung. Rotorentrindungsmaschinen können unterschiedlich starke oder exzentrische und leicht krummwüchsige Stämme bearbeiten. Hier entfernt ein Rotor mit beweglichen Entrindungswerkzeugen die Rinde, während der Stamm transportiert wird. Alternativ befreien Fräs- und Kettenentrinder die Stämme mithilfe von rotierenden Fräswerkzeugen oder Ketten von der Rinde. In der Zellstoff- und Papierindustrie kommen Trommelentrinder zum Einsatz, bei denen mehrere Stämme gemeinsam in einer rotierenden Trommel bewegt werden und sich die Rinde durch Reibung löst. Für den Einsatz direkt im Wald oder auf Holzlagerplätzen verwendet man mobile Entrindungsmaschinen oder Entrindungsaggregate an Bagger und Harvester. Auch in diesem technischen Bereich der Forst- und Holzwirtschaft strebt die Entwicklung von Entrindungsmaschinen vor allem nach mehr Effizienz, Nachhaltigkeit und Digitalisierung.
Digitalisierung und Steuerungstechnik in der Rundholzplatztechnik
Im Bereich Rundholzplatztechnik werden heute eine Vielzahl von Technologien eingesetzt, um Holz schneller, genauer und wirtschaftlicher zu verarbeiten. Mit Hilfe von Laserscannern kann beispielsweise ein 3D-Modell des Stammes erzeugt werden. 2D- und 3D-Kamerasysteme erkennen Holzarten, Rindenzustand, Stirnflächen und Qualitätsmerkmale sicher. Mittels Funkwellen- und Barcodesystemen lassen sich einzelne Stämme oder Polter über den gesamten Produktionsprozess verfolgen. Zur Lokalisierung von Poltern im Wald und von Maschinen auf großen Holzlagerplätzen werden GPS-Systeme eingesetzt. Die Steuerungstechnik übernimmt die Automatisierung der gesamten Produktionsanlage. Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) steuern die Fördertechnik, Entrindungsanlagen, Sortierlinien und Kräne. Sie arbeiten mit Sensorik, Hydrauliksteuerungen und Visualisierungssystemen zusammen, um den automatisierten Betrieb der gesamten Rundholzlinie zu ermöglichen. Dabei erkennen und erfassen sie Produktdaten und Störungen. Die Optimierungssoftware nutzt die Daten des 3D-Scanners und entscheidet, wie jeder Stamm idealerweise verarbeitet wird. Durch die Kombination dieser Technologien können moderne Rundholzplätze die Holzausbeute erhöhen, Materialflüsse optimieren, Stillstandszeiten reduzieren und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit des Rohmaterials gewährleisten.