Auf Nummer Sicher: Erste Hilfe und Arbeitssicherheit im Forst
Bei der Arbeit im Wald sind Menschen vielfältigen Risiken ausgesetzt: wechselnde Witterungsbedingungen, unwegsames Gelände sowie schwer kalkulierbare Gefahren wie herabfallende Bäume und Äste oder unter Spannung stehendes Holz. Unfälle und Verletzungen sind im Forst keine Seltenheit: Allein 2024 ereigneten sich in Deutschland laut SVLFG über 5.000 meldepflichtigen Unfälle im Wald.
Durch den Einsatz moderner Maschinen, optimierter Schutzausrüstung und einer sicherheitsorientierten, zeitgemäßen Ausbildung konnte das Niveau der Arbeitssicherheit in der Forstwirtschaft jedoch deutlich verbessert werden. Die Digitalisierung schafft dabei wesentliche Vorteile: Durch den Einsatz von Drohnen, Sensoren und vernetzten Maschinen (Smart Forestry) wird die Arbeit im Wald sicherer, effizienter und präziser. Das Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz nimmt auf der INTERFORST einen großen Stellenwert ein. Damit der Begriff Schutzwald auch für Waldarbeiter gilt.
Übrigens: Das Thema Arbeitssicherheit ist auch ein wichtiger Baustein unseres Leitthemas „Fokus Mensch".
Persönliche Schutzausrüstung
Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist eine zentrale Voraussetzung für sicheres und gesundes Arbeiten im Wald – insbesondere bei anspruchsvollen Tätigkeiten wie der Arbeit mit der Kettensäge. Helm mit Gesichts- und Gehörschutz, Schutzhandschuhe, Schnittschutzhose und Sicherheitsschuhe gehören dabei zur unverzichtbaren Grundausstattung im Forst. Moderne PSA leistet heute einen entscheidenden Beitrag zur Unfallprävention und zum Schutz der Beschäftigten: Integrierte intelligente Sensortechnik sowie Vernetzung und Echtzeit-Monitoring ermöglichen die kontinuierliche Erfassung von Körper- und Umgebungsdaten. Diese werden unmittelbar an eine zentrale Stelle übermittelt und lösen im Gefahrenfall automatisch Warnmeldungen aus.
Auf der INTERFORST präsentieren renommierte Aussteller aus dem Bereich Persönliche Schutzausrüstung ihre aktuellen Lösungen – von bewährten Klassikern bis hin zu innovativen Weiterentwicklungen, die Schutz, Tragekomfort und Funktionalität optimal verbinden. Damit bietet die Messe einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Arbeitssicherheit im Forst.
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz live erleben
Um die Risiken bei der Waldarbeit zu minimieren, tragen weitere Maßnahmen entscheidend zur Erhöhung der Sicherheit in der Praxis bei:
- Einsatz moderner, gefahrenreduzierender Technik wie Harvester, Forwarder und seilgestützte Holzerntesysteme
- Regelmäßige Schulungen sowie Präventions- und Sicherheitsunterweisungen
- Verbesserte Baumbeurteilung durch systematische Gefährdungsanalysen vor der Fällung
- Nutzung von Virtual und Extended Reality zur realitätsnahen Simulation von Gefahrensituationen
- Einhaltung strenger Arbeitsschutzvorschriften
Mehr Informationen und konkrete Praxistipps erhalten Sie in unserer Sonderschau.
Mehr erfahrenPersonalwagen, Zubehör, Sanitär- und Hygienebedarf für das Arbeiten im Wald
Robuste Personalwagen tragen wesentlich zu optimalen Arbeitsbedingungen und -abläufen bei. Sie dienen zur Lagerung kleinerer Werkzeuge und Geräte, bieten je nach Bedarf Sanitär- und Hygieneeinrichtungen wie WC und Dusche und sind optional mit Holz- oder Gasöfen sowie Sitzmöglichkeiten versehen. Unabhängig von der Ausstattung gelten bei Personalwagen vor allem zwei Kriterien: Wetterbeständigkeit und Einbruchschutz.
Erste Hilfe im Forst, Rettung und Notruf
Fakt ist: Unfälle lassen sich – bei aller Vorsicht und trotz Forstschutzkleidung – nicht immer verhindern. Dann kommt es auf eine schnelle und kompetente Erstversorgung an, um unter Umständen Leben zu retten – auch ohne Rettungsdienst vor Ort. Deshalb sollten Erste-Hilfe-Kurse und regelmäßige Schulungen zum richtigen Verhalten bei Notfällen für Forstarbeiter selbstverständlich sein. Dazu gehören auch Kenntnisse über Arbeitsumfeld und Rettungswege.
Genauso entscheidend: eine funktionierende Rettungskette, die mit dem unverzüglichen Ansetzen des Notrufs und Erster Hilfe beginnt. Gerade weil der Empfang in Wäldern oft schlecht ist, setzt man dabei auf spezielle Kommunikations- und Notrufsysteme, z.B. die App „Hilfe im Wald“ oder die Notruf-App „nora“. Um den Ablauf der Rettungskette gewährleisten zu können, sollten bei schweren Forstarbeiten mindestens drei Leute vor Ort sein, die stets Sicht- und/oder Hörkontakt zueinander haben. Dabei helfen spezielle Funkgeräte und Headsets.