Perspektiven für die Wälder von morgen
18. März 2026
- Gesunder Zukunftswald als Antwort auf den Klimawandel
- Digitalisierung und Hightech-Lösungen für moderne Forstwirtschaft
- Forst- und Holzwirtschaft – eng verzahnt
Unsere Wälder sind im Klimawandel besonderen Herausforderungen ausgesetzt. Ein gesunder Zukunftswald ist in der Lage, sich an veränderte Umwelteinflüsse anzupassen und seine ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Funktion zu erfüllen: Wälder sollen der Erholung dienen, zugleich Holz und andere Naturprodukte liefern, Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Pilze sein und als Kohlenstoffspeicher gesund wachsen und gedeihen. Hierzu bedarf es einer aktiven Waldpflege, langfristiger Planung und intelligenter Holznutzung. Von 15. bis 18. Oktober 2026 zeigt die INTERFORST – internationale Leitmesse für Forstwirtschaft und Forsttechnik – auf dem Gelände der Messe München praxisnahe und innovative Lösungen für die nachhaltige Waldbewirtschaftung.
Die Waldzustandserhebung erfasst jährlich in Stichproben den Kronenzustand und damit die Vitalität der deutschen Wälder. So lassen sich Veränderungen und Risiken frühzeitig erkennen und fundierte Entscheidungen zum Schutz des Waldes treffen. Die Waldzustandserhebung 2024 zeigt: Vier von fünf Bäumen in Deutschland weisen Schäden auf, insbesondere Fichte, Kiefer, Buche und Eiche. Ihre Kronenverlichtung, der sichtbare Blatt- bzw. Nadelverlust, belegen einen besorgniserregenden Gesundheitszustand des Waldes.
Gesunder Zukunftswald in Zeiten des Klimawandels
Ziel ist ein gesunder Wald, der seine Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen erfüllen kann. Er sichert Lebensräume, speichert CO₂, schützt sowohl Wasservorräte als auch den Boden und stellt den nachwachsenden Rohstoff Holz zur Verfügung. Durch eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und den gezielten Umbau zu klimaresilienten Mischwäldern entsteht ein Wald, der resilient gegenüber Klimawandel, Schädlingen und Extremwetter ist.
Standortgerechte, vielfältige Bischungen, genetische Vielfalt und unterschiedliche Altersstufen und Strukturen sind wichtig. Doch die Frage, welche Baumarten klimaresilient sein werden, ist nicht pauschal zu beantworten. Zur Identifikation zukunftsfähiger Baumarten läuft z.B. das Projekt „Zukunftswald Brandenburg“ von der Forstbetriebsgemeinschaft „Die Märkischen“ und dem Landesbetrieb Forst Brandenburg. Auf einer Gesamtfläche von 13 Hektar werden insgesamt 50.000 Bäume gepflanzt und beobachtet, darunter Korsische Schwarzkiefer, Türkische Tanne, Atlaszeder, Esskastanie und Baumhasel.
Die Grundlage für die ökologische Stabilität des Waldes bilden eine aktive Waldpflege, Wiederaufforstungen und die Biodiversität. Moderne Forsttechnik ermöglicht die effiziente, bestands- und bodenschonende sowie sichere Bewirtschaftung. So ist ein intaktes Waldökosystem ökologisch widerstandsfähig, wirtschaftlich tragfähig und gesellschaftlich wertvoll. Auch unter veränderten Rahmenbedingungen bleibt ein gesunder Zukunftswald anpassungs- und leistungsfähig für kommende Generationen.
Um den Wald erfolgreich gegen den Klimawandel zu wappnen, ist die engagierte Arbeit von Waldbesitzenden, Förstern und Försterinnen sowie Forstunternehmern entscheidend. „Die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder zur Produktion des nachwachsenden Rohstoffs Holz und zur Bereitstellung weiterer Ökosystemleistungen ist für alle Waldbesitzenden unter den Bedingungen des Klimawandels eine große Herausforderung“, erklärt Prof. Dr. Andreas Bitter, Präsident der AGDW-Die Waldeigentümer. Umso wichtiger sei vor diesem Hintergrund der fachliche Austausch über neue Konzepte, Verfahren und praktische Erfahrungen. Ergänzend fügt Andreas Bitter hinzu: „Dafür bietet die INTERFORST als Forum für Innovationen eine hervorragende Plattform. Besonders laden wir die Mitglieder unserer Landeswaldbesitzerverbände ein, diese Gelegenheit für Vernetzung, Wissenstransfer und neue Impulse für die Waldbewirtschaftung zu nutzen.“
Digitalisierung und Hightech für einen gesunden Zukunftswald
Die langen Umtriebszeiten im Wald – die Zeit von der Pflanzung bis zur Ernte eines Baumes – machen eine vorausschauende, langfristige Waldbewirtschaftung notwendig. Für ihre tägliche Arbeit im Wald nutzen Waldbesitzer, Försterinnen und Forstunternehmer eine Vielzahl digitaler Anwendungen und hochentwickelter Forsttechnik. So können sie fundierte, datenbasierte Entscheidungen treffen – die Erfassung, Planung und Bewirtschaftung von Waldflächen wird effizienter, transparenter und ressourcenschonender.
Angesichts der sich rasch verändernden Umweltbedingungen und der steigenden Anforderungen an die Wälder fordert auch der „The State of the World’s Forests 2024“-Bericht der Vereinten Nationen mehr Innovationen im Forstsektor. „Innovationen stärken nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit unserer Forstbetriebe“, erläutert Christian Haase, Präsident Deutscher Forstwirtschaftsrat. „Sie sind zugleich Grundlage für eine nachhaltige Holzproduktion, sichern Arbeitsplätze im ländlichen Raum und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Anpassung unserer Wälder an den Klimawandel. Als Dachverband vertreten wir die Interessen von rund zwei Millionen privaten und kommunalen Waldbesitzenden in Deutschland. Ich freue mich sehr darauf, im Eröffnungstalk der INTERFORST die aktuellen Entwicklungen und Zukunftsperspektiven unserer Branche zu diskutieren.“
Forst- und Holzwirtschaft – eng verzahnt
Ein gesunder Zukunftswald sichert eine nachhaltige Holzversorgung. Holz ist ein klimafreundlicher Rohstoff, der CO₂ aus der Atmosphäre langfristig im Holz speichert. Im Vergleich zu fossilen Brenn- und Wertstoffen, wie Beton, Stahl oder Kunststoff, ist Holz nicht nur ökologisch wertvoll und benötigt weniger Herstellungsenergie. Holz wird vielfältig als Holzprodukt (z.B. Baumaterial, Möbel, Musikinstrumente) oder Energieträger verwendet.
Dabei wird die Kreislaufwirtschaft angestrebt, Holz durch Wiederverwendung und Vermeiden von Abfällen möglichst effizient zu nutzen. Bei der sogenannten Kaskadennutzung wird das wertvolle Stammholz für die Bau- und Möbelindustrie verwendet. Danach folgen mehrere Recyclingschritte, die das Holz möglichst lange in der Nutzung halten, bis es schließlich in der energetischen Nutzung verbraucht wird. Damit lebt die Forst- und Holzwirtschaft mit ihren unterschiedlichen Akteuren das, was andere Branchen anstreben: Sie ist ein echtes Kreislaufmodell.
„Die INTERFORST bietet als Leitmesse für den mitteleuropäischen Raum einen umfassenden Marktüberblick und präsentiert Neuheiten sowie Trends rund um den gesunden Zukunftswald – von der Waldbegründung und -bewirtschaftung bis hin zur Holzverarbeitung“, fasst Projektleiterin Petra Westphal zusammen. So zeigen zahlreiche Aussteller aus dem In- und Ausland zukunftsweisende Innovationen: digitale Anwendungen, Drohnentechnologie, LiDAR-gestützte Datenerfassung, intelligente Sensorik, KI-basierte Analysen sowie robotische und autonome Lösungen. Im Segment der Kleinmaschinen präsentieren unter anderem Uniforest, EiFo Forsttechnik sowie Köppl ihre innovativen Lösungen für die moderne Forstwirtschaft. Im Bereich der Großmaschinen sind namhafte Hersteller wie Log Max, Haas Nutzfahrzeuge und Waldburg Forstmaschinen auf der INTERFORST vertreten.
Mit SYSTEMS & COMPONENTS Forestry by DLG in Halle B6 erweitert die INTERFORST ihr Angebot um moderne Systeme und fortschrittliche Komponenten, die Effizienz, Nachhaltigkeit und Leistungsfähigkeit in der Forsttechnik steigern. Für B2B Besucher sowie OEM Konstrukteure und Entwickler entsteht damit ein klarer Mehrwert: kompakte Einblicke in verfügbare Technologien, bessere Vernetzung und schnellere Innovationsprozesse – alles gebündelt an einem Ort.
Fokus Gesunder Zukunftswald im Forum und Kongressprogramm
Im Forum der INTERFORST wird u.a. der Arbeitskreis „Klimapositive Waldwirtschaft“ einen Vortrag zum Thema „Waldbotschafter – Zukunftswald“ halten. Auch die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft ist im Forum präsent und wird den zweiten Band der Praxishilfe „Klima-Boden-Baumartenwahl“ vorstellen. Auf dem Kongress spricht Dr. Joachim Hamberger, Leiter des Bayerischen Amts für Waldgenetik, zu „Lösungen für klimastabile Zukunftswälder“. Dr. Ferdinand von Plettenberg, Projekteiter bei wpd onshore, wird dort zudem „Neue Einnahmequellen für den Forstbetrieb (Windenergie im Wald)“ präsentieren.
Tickets für die INTERFORST gibt es ab April.
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