Pressemitteilung

Leitthema Digitalisierung Forst und Holz: Digitalisierung als Schlüssel für eine zukunftsfähige Forstwirtschaft

28. Juli 2026

  • Moderne Waldbewirtschaftung – datenbasiert, vernetzt und zunehmend automatisiert
  • Digitale Technologien unterstützen Waldschutz, Monitoring und nachhaltige Bewirtschaftung
  • Frühzeitige Erkennung von Kalamitäten und Klimawandelfolgen durch Daten, Sensorik und künstliche Intelligenz

Digitalisierung wird zu einem Schlüssel für eine zukunftsfähige Forstwirtschaft. Wald 4.0 steht für vernetzte, datenbasierte und zunehmend automatisierte Prozesse – vom Monitoring über Waldschutz und Holzernte bis zur Logistik. Die INTERFORST – Internationale Leitmesse für Forstwirtschaft und Forsttechnik – zeigt von 15. bis 18. Oktober 2026 in München, welche digitalen Werkzeuge bereits praxistauglich sind.

Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2025 des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) zeigen, dass sich der deutsche Wald in einem angespannten Zustand befindet. Die Vitalitätsmessung belegt: 80 Prozent der Bäume weisen schwache bis starke Schäden auf. Das bestätigt auch die Bundeswaldinventur IV unter der Leitung des Thünen-Instituts für Waldökosysteme. Beide Waldmonitoring-Systeme prüfen den Waldzustand mithilfe von Geländeerhebungen, Geoinformationssystemen (GIS), Satellitendaten und der Fernerkundung.

Daten werden zur neuen Entscheidungsgrundlage im Wald

Aktives Waldmanagement im Klimawandel benötigt aktuelle und belastbare Forstdaten als Grundlage für fundierte Entscheidungen, vorausschauende Planung und nachhaltige Anpassung. Forstbetriebe müssen Schäden durch Schädlinge, Stürme oder Waldbrände früh erkennen und schnell reagieren. Ergänzend zu Erfahrung und forstlichem Fachwissen liefern GIS-Anwendungen, Fernerkundung, Sensorik und KI wichtige Grundlagen für Bestandsanalyse, Risikobewertung und Maßnahmenplanung.

Wald 4.0 verbindet Forstwirtschaft und Holzwertschöpfung

Wald 4.0 beschreibt aber längst nicht nur die Erfassung und Bewirtschaftung von Waldbeständen. Die Digitalisierungsprozesse umfassen die gesamte forstliche Wertschöpfungskette – von der Planung und Pflege über die Holzernte, Poltervermessung und Logistik bis hin zur Abrechnung, Dokumentation sowie dem Nachweis von Nachhaltigkeit und Holzherkunft. Ihr Mehrwert liegt insbesondere in einer höheren Transparenz, in effizienteren Prozessen und in einer verbesserten Vernetzung der beteiligten Akteure.

Marcus Kühling, Gruppenleiter Wald-Holz-Bauen bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) erklärt: „Digitalisierung macht komplexe Veränderungen im Wald besser begreifbar und handhabbar. Entscheidend ist, Daten entlang der Wertschöpfungskette verfügbar und anwendbar zu machen – von der Logistik bis zur Verarbeitung. Mit dem Runden Tisch „Digitalisierung Forst & Holz“ bieten wir eine Plattform, die ein enges Zusammenspiel der Akteure ermöglicht.“

KI im Wald: Vom Datenmanagement zur Entscheidungsfindung

KI ermöglicht die effiziente Auswertung dieser immer größeren Datenmengen aus Satelliten- und Drohnenbildern, Sensoren sowie Forstmaschinen. Zu den wichtigsten Anwendungsfeldern zählen die automatische Erkennung von Baumarten und Waldschäden, das Monitoring von Borkenkäferbefall und Trockenstress, die Erstellung von Risikoprognosen sowie die Unterstützung von Entscheidungen im Waldumbau und bei der Holznutzung. KI ersetzt keine forstliche Expertise, sondern ergänzt sie durch schnellere Analyse.

„KI kann helfen, komplexe Zusammenhänge in Waldökosystemen besser zu verstehen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Entscheidend ist dabei ein vertrauensvoller Umgang mit Daten: Datenräume, Datentreuhänder und Datendrehscheiben ermöglichen Vernetzung und schützen zugleich die Datenhoheit“, erläutert Frank Heinze, Leiter des Kompetenzzentrums Wald und Holz 4.0 am RIF Institut für Forschung und Transfer e. V.

Digitale Maschinen- und Flottendaten schaffen Effizienz

Moderne Forstmaschinen erfassen heute eine Vielzahl an Betriebs-, Standort-, Service- und Leistungsdaten. Diese Informationen ermöglichen eine vorausschauende Wartungsplanung, reduzieren Maschinenstillstände, verbessern die Einsatzplanung und sorgen für eine transparente Holzbereitstellung. Digitalisierung ist damit längst ein fester Bestandteil moderner Forsttechnik – und genau diese Verbindung zwischen intelligenter Technik und digitalem Datenmanagement wird auf der INTERFORST erlebbar.

Wald 4.0: Trends und Entwicklungen

Fünf Entwicklungen prägen Wald 4.0 besonders: digitale Zwillinge für Planung und Bewirtschaftung, KI-gestützte Früherkennung von Schäden, praxistaugliche Fernerkundung durch Drohnen und Sensorik, vernetzte Maschinen und digitale Holzlogistik sowie digitale Herkunfts- und Nachhaltigkeitsnachweise.

Herausforderungen der Digitalisierung im Wald

Die digitale Transformation des Forstbereichs ist trotz aller Vorteile allerdings kein Selbstläufer und wird durch verschiedene Hemmnisse erschwert: fehlende Netzabdeckung, uneinheitliche Schnittstellen, unzureichende Datenqualität sowie Kosten, Qualifikationsbedarf und mangelnde Akzeptanz. Die INTERFORST bietet eine Plattform, um diese Herausforderungen einzuordnen, Erfahrungen auszutauschen und praxistaugliche Lösungen vorzustellen bzw. bestehende gemeinsam weiterzudenken.

Digitale Vorreiter auf der INTERFORST 2026

Auf der Leitmesse für Forstwirtschaft und Forsttechnik präsentieren Aussteller ein modernes und breites Spektrum an digitalen Lösungen. Husqvarna unterstützt z. B. mit Fleet Services die digitale Verwaltung, Überwachung und Wartung von Maschinenflotten. STIHL zeigt seine digitalen Services und vernetzte Geräteverwaltung. Sennebogen präsentiert digitale Maschinenüberwachung sowie Logistikprozesse und Wahlers Forsttechnik gibt Einblicke in digitale Maschinen- und Prozesslösungen. Neu auf der INTERFORST sind die Bereiche DLG – SYSTEMS & COMPONENTS Forestry sowie die Start-up-Area.

SYSTEMS & COMPONENTS Forestry

Hersteller von Komponenten und Systemen arbeiten Hand in Hand mit OEMs an digitalen Lösungen für die moderne Forstwirtschaft. Ob Fahrzeugelektronik, Sensorik, Datenmanagement oder KI-basierte Anwendungen – viele Innovationen für eine effiziente und nachhaltige Waldbewirtschaftung finden Ihren Ursprung in der Zulieferindustrie. Auf der Sonderfläche SYSTEMS & COMPONENTS Forestry by DLG in Halle B6 erhalten Besucher Einblicke in genau diese technologischen Entwicklungen und treffen die Unternehmen, die die nächste Generation der Forsttechnik mitgestalten.

Fachliches Rahmenprogramm mit Fokus Digitalisierung

Unter dem Motto „Forsttechnik in Bewegung“ stehen am Freitag, 16.10.2026, von 10 bis 14 Uhr, digitale Entwicklungen und innovative Technologien in der Forstwirtschaft im Mittelpunkt mehrerer Vorträge auf der Kongressbühne. Themen sind unter anderem digitale Forstmanagementsysteme, Waldinventur, KI-Anwendungen sowie Qualitätssicherung in Rundholzsortierung und -vermessung. Die Sonderschau in der Halle B6 mit Live-Demonstrationen zu allen INTERFORST Leitthemen rundet das Rahmenprogramm im Bereich Digitalisierung ab.

Zugehöriges Bildmaterial

Mann mit VR-Brille simuliert Holzfällarbeit mit Motorsäge in einer interaktiven Messeinstallation vor Waldkulisse.
© Messe München GmbH
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Mann mit VR-Brille simuliert Holzfällarbeit mit Motorsäge in einer interaktiven Messeinstallation vor Waldkulisse.
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Mann in dunklem Blazer und weißem Hemd, der lächelnd vor einem weißen Hintergrund mit blauen geometrischen Linien steht.
Felix Kirschenbauer
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