Fokus Mensch

Der Mensch steht im Zentrum einer zukunftsfähigen Forstwirtschaft. Erfahren Sie, wie Generationenwechsel, Fachkräftesicherung und moderne Berufe im Wald die Branche prägen – und welche Impulse die INTERFORST setzt.

  • Wald & Mensch prägen gemeinsam die Zukunft der Forstwirtschaft und sichern ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Funktionen.
  • Generationenwechsel und Fachkräftemangel verändern Strukturen und erfordern neue Konzepte für Wissenstransfer, Ausbildung und Kooperation.
  • Die INTERFORST zeigt, wie zukunftsfähige Berufe im Wald gestärkt und nachhaltige Perspektiven für die Branche geschaffen werden können.

Der Wald ist für den Menschen weit mehr als eine Ressource. Er schützt Klima und Wasser, liefert den nachwachsenden Rohstoff Holz und ist zugleich Arbeits- und Lebensraum für viele Menschen. All das zeigt, wie eng die Beziehung zwischen Wald & Mensch ist. Forstleute arbeiten täglich daran, die Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktionen des Waldes auch für kommende Generationen zu erhalten.

Eine kniende Person pflanzt mit einer kleinen Schaufel einen jungen Baum in die Erde.

Dabei steht die Forstbranche vor großen Herausforderungen: Fachkräftemangel und der Generationenwechsel verändern Betriebe und Arbeitsweisen spürbar. Zugleich eröffnen nachhaltige Bewirtschaftung, die  fortschreitende Digitalisierung im Wald sowie hohe Standards in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz neue Perspektiven. Sie schaffen attraktive, sinnstiftende Berufe im Wald – Grund genug, einen genaueren Blick auf die Beziehung zwischen Wald und Mensch zu werfen. 

Mit mehr als 350 Ausstellern macht die INTERFORST diese Vielfalt sichtbar. Sie zeigt die gesamte Bandbreite der Forstbranche – von Praxis und Wissenschaft über Politik bis hin zu Medien und Verbänden – und bietet eine einzigartige Plattform, um sich zu informieren, auszutauschen und neue Perspektiven zu gewinnen. 

Forstwirtschaft als Wirtschaftsmotor ländlicher Regionen

Die Forstwirtschaft ist in vielen ländlichen Regionen ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Sie sichert Arbeitsplätze, stärkt regionale Wertschöpfungsketten und trägt zur Stabilität lokaler Strukturen bei. Berufe im Wald sind daher eng mit ihrer Region verbunden und leisten einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung vor Ort.

Ein wesentlicher Teil dieser Struktur ist der Privatwald: Rund 48 Prozent der Waldfläche in Deutschland befinden sich in privatem Besitz, überwiegend in kleinstrukturierten Betrieben. Hier lernen junge Menschen direkt von den vorherigen Generation, übernehmen Höfe und verbinden Tradition mit moderner Waldbewirtschaftung. Forstbetriebsgemeinschaften und Waldgenossenschaften ermöglichen es Waldbesitzenden, Flächen gemeinsam effizient zu bewirtschaften und Holz erfolgreich zu vermarkten.

Fachkräftemangel in der Forstbranche

Wie in vielen Branchen herrscht auch in der Forstbranche ein akuter Fachkräftemangel. Es fehlt an qualifizierten Waldarbeitenden, Forstwirten und Forstmaschinenführern. Aber auch die Forstverwaltungen steuern in den kommenden Jahren auf ein Personaldefizit zu.

Die Gründe hierfür sind vielfältig:

  • Hoher Altersdurchschnitt der Beschäftigten
  • Fehlende Nachwuchskräfte
  • Gestiegene Anforderungen an spezialisierte Fachkräfte
  • Abwanderung von Fachkräften in andere Branchen

Gleichzeitig findet in Landesforstbetrieben, unter Waldbesitzenden und in den Forstunternehmen ein Generationenwechsel statt, der die Situation zusätzlich verschärft. Denn die neuen Waldbesitzenden wohnen oft städtisch, also fern vom Wald. Dadurch fehlt ihnen das forstliche Wissen, das sonst in Mehrgenerationenhäusern direkt von Eltern oder Großeltern vermittelt wurde, wie es besonders in Privatwäldern gelebt wird. Dies führt zu einem steigenden Beratungsbedarf bei gleichzeitigem Mangel an forstlichem Fachpersonal. Daher braucht es neue, frische Ideen, die die Waldbewirtschaftung und -pflege langfristig sichern.

Um neue Fachkräfte zu gewinnen, setzt die Forstwirtschaft aktuell auf verschiedene Maßnahmen wie:

  • Ausbildungsoffensiven
  • Stärkung Branchenimage und verbesserte Kommunikation nach außen
  • Rekrutierung, insbesondere von Frauen und Quereinsteigenden
  • Attraktivere und familienfreundlichere Arbeitsbedingungen
  • Technologische und digitale Unterstützung zur Kompensation fehlender Arbeitskräfte
  • Zusammenarbeit von Hochschulen und Unternehmen
  • Förderung von Weiterbildungen

Die INTERFORST liefert eine ideale Plattform, auf der Interessierte und Arbeitgeber miteinander ins Gespräch kommen und sich kennenlernen können.

Nachwuchsgewinnung: Junge Menschen für eine Zukunft im Wald begeistern

Bei der Gewinnung von Nachwuchskräften versucht die Branche, junge Talente gezielt anzusprechen. Diese sind in der Regel technisch affin und interessieren sich für gesellschaftliche Verantwortung, wie Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Biodiversität. Bei der Gewinnung von Nachwuchskräften versucht die Branche, dies gezielt zu berücksichtigen und bietet den jungen Talenten:

Junge steuert einen Forstmaschinen-Simulator und sieht auf einem großen Bildschirm eine virtuelle Waldszene.

  • Modernisierte Ausbildungsberufe und Studiengänge sowie waldpädagogische Fortbildungen
  • Mentoring durch erfahrene Förster und Försterinnen sowie frühe berufliche Mitsprache
  • Strukturierte und begleitete Hofübergaben und Revierwechsel
  • Digitale Lösungen wie Drohnen, Geoinformationssysteme, KI-basierte Satellitenbilder
  • Ausgebaute Möglichkeiten des Einsatzes für Klimaschutz, Biodiversität und Nachhaltigkeit

Welche Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es in der Forstbranche und welche Berufe kann man damit ergreifen? Auf der INTERFORST können junge Besucherinnen und Besucher zahlreiche interessante und praxisnahe Informationsangebote entdecken.

Forstliche Berufsbilder – Ein Überblick

  • Forstwirt/in: Der klassische Ausbildungsberuf für Revierarbeiten wie Waldpflege, Holzernte und Pflanzungen
  • Forstwirtschaftsmeister/in & Forsttechniker/in: Weiterbildungen für Führungsaufgaben in der Holzernte und Arbeitsorganisation sowie Maschineneinsätze
  • Forstingenieur/in: Waldmanagement und Forstverwaltung, Technik, Planung, Projektarbeiten, Forschung und Verbandsarbeiten
  • Forstwissenschaftler/in: Waldmanagement und Planung sowie Forschung und Verwaltung
  • Spezialisierungen: z. B. Waldpädagoge/in, GIS-Spezialist/in, Naturschutzbeauftragte/r, Baumschulgärtner/in und Forstmaschinenführer/in

Die Einsatzorte reichen von Universitäten und Verbänden über staatliche Landesforstbetriebe und kommunale Forstverwaltungen bis zu privaten Forstunternehmen.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz auf hohem Niveau

Wenn Menschen im Wald arbeiten, sind sie Witterungseinflüssen, oft unwegsamem Gelände und unvorhersehbaren Gefahren, wie fallenden Bäumen, Ästen oder Spannungsholz ausgesetzt. Die Arbeitssicherheit bei der Waldarbeit hat sich durch den Einsatz moderner Maschinen, verbesserter Schutzausrüstung und einer gefahrenbewussten, modernen Ausbildung signifikant erhöht.

Dennoch kam es 2024 in Deutschland laut SVLFG zu über 5.000 meldepflichtigen Unfällen im Wald. Um risikoreichen Tätigkeiten im Wald entgegenzuwirken, sorgen zahlreiche Maßnahmen für mehr Sicherheit in der Praxis:

  • Gefahrenreduzierender Einsatz von Harvestern, Forwardern und seilunterstützten Holzerntemethoden
  • Moderne Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
  • Regelmäßige Fortbildungen und Präventionskurse
  • Verbesserte Baumbeurteilung: Systematische Gefährdungsbeurteilungen vor der Fällung
  • Virtual Reality und Extended Reality für Simulationen von Gefahrensituationen
  • Strenge Arbeitsschutzrichtlinien

Bei der INTERFORST spielt das Thema Arbeitssicherheit eine starke Rolle: Mehrere renommierte Aussteller aus dem Ausstellungsbereich Arbeitssicherheit präsentieren ihre Produktinnovationen und auch im Rahmenprogramm ist das Thema präsent. Ein Höhepunkt ist dabei die Sonderschau „Nachhaltige Forstwirtschaft – der Mensch im Zentrum“ der SVLFG – schauen Sie vorbei!

Zwei Personen in Schutzkleidung hängen gemeinsam neben einem Baumstamm und demonstrieren mit schwerem Gerät ihre Seilklettertechnik während der INTERFORST.

Häufig gestellte Fragen

Welche Bedeutung hat der Wald für den Menschen?

Der Wald liefert Sauerstoff, speichert Wasser, schützt das Klima und liefert Rohstoffe – er ist damit eine existenzielle Lebensgrundlage. Außerdem schafft er Arbeitsplätze, ist ein wichtiger Faktor für die regionale Wirtschaft und dient der Naherholung. 

Welche beruflichen Herausforderungen gibt es in der Forstbranche?

Die Branche kämpft aktuell mit Fachkräftemangel und Generationswechsel – unter Beschäftigten und Waldbesitzenden. Hinzu kommen steigende Anforderungen an Fachkräfte und ein rückläufiges Angebot von Forstdienstleistern. 

Wie wird Nachwuchs in der Forstwirtschaft gewonnen?

Die Branche setzt auf modernisierte Ausbildungsberufe und Studiengänge, Mentoring durch erfahrene Försterinnen und Förster, frühe berufliche Mitsprache, Digitalisierung (z. B. Drohnen, GIS, KI) und sinnstiftende Tätigkeiten für Klimaschutz, Biodiversität und Nachhaltigkeit.

Welche Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es?

  • Forstwirt/in – Pflege, Pflanzung, Holzernte und Maschineneinsatz 
  • Forstwirtschaftsmeister/in / Forsttechniker/in – Führungsaufgaben und Arbeitsorganisation 
  • Forstingenieur/in / Forstwissenschaftler/in – Planung, Technik, Forschung 
  • Spezialisierungen – Waldpädagogik, GIS, Naturschutz, Baumschulgärtnerei, Maschinenführung 

Ausbildungsstätten sind Landesforstbetriebe, kommunale Betriebe, Hochschulen und private Unternehmen. 

Wie sicher ist die Arbeit im Wald?

Die Arbeitssicherheit hat sich durch moderne Maschinen, verbesserte Schutzausrüstung, mechanisierte Verfahren, Gefährdungsbeurteilungen, VR-/XR-Simulationen und strenge Arbeitsschutzrichtlinien deutlich verbessert. Dennoch passieren jährlich viele meldepflichtige Unfälle, sodass Prävention und Fortbildung stets präsente Themen sind.

Welche Rolle spielen Familienbetriebe in der Forstwirtschaft?

Familienbetriebe verbinden Tradition mit moderner Forstwirtschaft. Junge Menschen lernen von der erfahrenen Generation, übernehmen Höfe und prägen die zukünftige Waldbewirtschaftung.

Was sind Forstbetriebsgemeinschaften?

Die über 1.700 Forstbetriebsgemeinschaften in Deutschland sind Zusammenschlüsse von Waldbesitzern. Sie bündeln die Waldbewirtschaftung, vermarkten Holz gemeinsam, bauen Wege und setzen Maschinen effizient ein. Waldbesitzende sind so nicht auf sich allein gestellt und können sich austauschen und voneinander lernen.

Wie stärkt die Forstwirtschaft die regionale Wertschöpfung?

Forstliche Arbeitsplätze sind oft regional verwurzelt und stärken die ländliche Wirtschaf. So tragen sie dazu bei, die regionale Infrastruktur und damit Schulen, Kindergärten und Arztpraxen zu sichern und bieten jungen Menschen eine Perspektive vor Ort.

Welche Möglichkeiten bietet die INTERFORST?

Auf der INTERFORST präsentieren über 350 Aussteller die gesamte Arbeitswelt entlang der Wertschöpfungskette Holz. Besucherinnen und Besucher können Arbeitsplätze kennenlernen, Karrierechancen entdecken und sich über das Kongressprogrammen zu Themen wie Arbeitssicherheit, Nachwuchsgewinnung und nachhaltige Forstwirtschaft informieren.

Weitere Leitthemen der INTERFORST 2026

Gesunder Zukunftswald dank nachhaltiger Forstwirtschaft: Wiederaufforstung ✓ Baumartenwahl ✓ Klimaanpassung ✓ Biodiversität ➤ alles zur gesunden Waldnutzung erfahren!

Mann mit Hut steht an einem Messestand zwischen jungen Bäumen und betrachtet eine Pflanze in einer Ausstellungshalle.

Innovative Forsttechnik gestaltet den Wald von morgen. Erleben Sie wegweisende Maschinen, intelligente Systeme und nachhaltige Antriebskonzepte auf der INTERFORST.

Zwei Männer stehen an einer großen grünen Maschine auf einer Outdoor-Ausstellung unter blauem Himmel.

Digitalisierung in der Forstwirtschaft: GIS ✓ Drohnen ✓ Sensorik ✓ AI ➤ jetzt praxisnahe Lösungen entdecken!

Mann mit VR-Brille simuliert Holzfällarbeit mit Motorsäge in einer interaktiven Messeinstallation vor Waldkulisse.
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