Dienstleistungen für die Forstwirtschaft von morgen
Die Forstwirtschaft steht heute vor vielfältigen Herausforderungen und bietet gleichzeitig zahlreiche Perspektiven für Ausbildung, Beruf und nachhaltige Entwicklung. Einen umfassenden Einblick in die aktuellen Themen der Branche bietet die INTERFORST 2026, die internationale Leitmesse für Forstwirtschaft und Forsttechnik. Die folgenden Abschnitte geben einen Überblick über wichtige Bereiche wie forstliche Aus- und Weiterbildung, Zertifizierungen sowie über die Arbeitswelt von Verbänden und Organisationen der Forstbranche.
Ausbildung, Studium und Spezialisierung in der Forstwirtschaft
Die Forstbranche bietet vielfältige und abwechslungsreiche Berufsperspektiven. Der klassische Ausbildungsberuf ist der Forstwirt bzw. die Forstwirtin. Zu den Aufgaben gehören die Waldpflege, Holzernte sowie Pflanzungen. Mit einer Weiterbildung zum Forstwirtschaftsmeister oder zur Forsttechnikerin eröffnen sich Führungsaufgaben in der Holzernte und Arbeitsorganisation sowie bei Maschineneinsätzen. Ein Studium der Forstwirtschaft oder Forstwissenschaft qualifiziert für Tätigkeiten im Waldmanagement, in der Forstverwaltung, Projektentwicklung sowie in Forschung und Lehre. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Spezialisierungsmöglichkeiten, z. B. in der Waldpädagogik, dem Geoinformationsmanagement, Naturschutz, der Forstbaumschule oder Forstmaschinenführung. Die forstlichen Einsatzmöglichkeiten reichen von staatlichen Landesforstbetrieben und kommunalen Forstverwaltungen über private Forstunternehmen und forstliche Dienstleister bis hin zu Universitäten, Forschungs- und Bildungseinrichtungen, Verbänden und Naturschutzorganisationen. Die Aus- und Weiterbildung wird zunehmend von Themen wie Klimaanpassung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit geprägt. Gleichzeitig gewinnen praxisnahe und digitale Lernformate an Bedeutung.
Zertifizierungssysteme für eine nachhaltige Forstwirtschaft
Für den Wald gibt es verschiedene Zertifizierungssysteme, die sicherstellen sollen, dass er nachhaltig bewirtschaftet wird. Zu den bekanntesten Zertifizierungen gehören in Deutschland PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) und FSC (Forest Stewardship Council). Neben der nachhaltigen Nutzung des Waldes sollen sie den Schutz von Biodiversität und Lebensräumen garantieren. Böden und Gewässer genießen außerdem besonderen Schutz und auch die legale Holzgewinnung und ihre Nachvollziehbarkeit über Ländergrenzen hinweg wird immer wichtiger. Diese Siegel können Verbrauchern und Verbraucherinnen Orientierung beim Kauf von Holz- und Papierprodukten geben. Zudem werden soziale Standards und Arbeitnehmerrechte gefördert. Große und exportorientierte Sägewerke nehmen häufig nur noch zertifiziertes Holz an, weil ihre Kunden entsprechende Nachweise wünschen. Die Einhaltung von Waldzertifizierungen, wie PEFC oder FSC, wird durch unabhängige Zertifizierungsstellen regelmäßig überprüft.
Organisationen und Interessenvertretungen der Forstwirtschaft
Im Forstbereich gibt es eine Vielzahl von Verbänden, Organisationen, Forschungseinrichtungen und Dienstleistern, die unterschiedliche Aufgaben entlang der Wertschöpfungskette Wald und Holz übernehmen. Sie vertreten die Interessen von Waldbesitzern und Waldbesitzerinnen sowie Forstbetrieben, beraten bei der Bewirtschaftung, fördern Forschung sowie die Schonung nachwachsender Ressourcen und Lebensräume und übernehmen praktische Aufgaben wie Holzvermarktung und Waldpflege.
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) ist der Dachverband der deutschen Forstwirtschaft und vertritt die Interessen der Branche gegenüber der Politik und Öffentlichkeit. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) bündelt die Interessen des deutschen Privatwaldes, während kommunale Waldbesitzer über ihre Spitzenverbände organisiert sind. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) engagiert sich für Waldschutz und Umweltbildung, das DFUV – Netzwerk der Forstunternehmen und Forsttechnik e. V. vertritt die Interessen forstlicher Dienstleistungsunternehmen.
Auf regionaler Ebene ist insbesondere der Kleinprivatwaldbesitz häufig in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen organisiert, die beratend tätig sind, gemeinsame Holzvermarktung ermöglichen und Unterstützung bei der Bewirtschaftung anbieten. Ergänzend unterstützen staatliche Einrichtungen wie das Thünen-Institut für Waldökosysteme (WO), das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e. V. (KWF), die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) sowie forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalten die Entwicklung einer nachhaltigen Forstwirtschaft. Die Waldarbeit zählt nach wie vor zu den risikoreichsten Branchen. Deshalb unterstützt die SVLFG (Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau) Maßnahmen zur Prävention, Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz in der Forstwirtschaft.
Umweltverbände wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) setzen sich vor allem für den Schutz von Waldlebensräumen, Artenvielfalt und naturnahe Waldökosysteme ein. Die Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (ARGE Alp) stärkt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit für eine klimaresiliente und zukunftsfähige Forstwirtschaft im Alpenraum. Die Interessen der nachgelagerten Holzverwendung werden unter anderem durch den Deutschen Holzwirtschaftsrat (DHWR) und den Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) vertreten.
Organisationen und Verbände der Forst- und Holzbranche sind ebenfalls auf der INTERFORST 2026 zugegen und stehen allen Interessierten beratend zur Seite.